MandysNotizBlog

COPD – die Luft wird knapp

Das ist ein Artikel über COPD. So unterschiedlich die Menschen, so individuell die Verläufe. Ich erläutere den ‚Lehrbuch‘-Verlauf unter stetiger Zufuhr inhalativer Gifte.

COPD – weit verbreitet, kaum bekannt

COPD ist, weltweit gesehen, die dritthäufigste Todesursache (1). Aber kaum einer kennt sie.
Die Ursache ist zu 80% – 90% (2) (ein erschreckend hoher Wert) das Inhalieren von Giften, wozu auch das Rauchen gehört! Das bedeutet, dass das Schicksal eines Rauchers zu 50% in einer COPD endet (3) – relevant sind die im Leben gerauchten Zigaretten. Daher ist die einzig mögliche Lösung zum Aufhalten der Erkrankung, der Verzicht auf inhalative Gifte. (andere Ursachen: Frühgeburt, genetische Faktoren, etc.)

Bei der COPD (‚chronisch obstruktiven Lungenerkrankung‘ (pulmonary disease)) sind die kleinen Atemwege durch eine Entzündung schwer betroffen. Sie entsteht über Jahre und Jahrzehnte. Die immer wiederkehrenden (chronisch) Entzündungen der Bronchien mit Husten sind der Beginn.

Der Krankheitsverlauf

In unseren Atemwegen haben wir eine spezielle Schleimhaut mit einem Teppich aus Millionen winziger Härchen – Flimmerhärchen. Sie sind dafür zuständig, dass unsere Atemwege gereinigt werden und Staub, reizende Schadstoffe und Krankheitserreger aus der Atemluft nicht in die Lunge gelangen. Das morgendliche Husten mit Auswurf ist nichts anderes, als Sekret, das sich über Nacht angesammelt hat und das die Lunge natürlich los werden will – es stört beim Atmen.
Die Flimmerhärchen befördern es hinaus. Diese werden durch die Entzündungen nach und nach zerstört

Wir husten morgens nun regelmäßig und auch laut. Es wird nämlich anstrengender das zähe Zeug mit schwindenden Flimmerhärchen abzuhusten. Behalten wir unseren Lebenswandel bei, schreitet die Erkrankung fort.

Die nun folgende Verengung (Obstruktion) der Bronchien, die im Verlauf zunimmt, ist nur noch schlecht umkehrbar. Dadurch überblähen die Lungenbläschen. Da in den Lungenbläschen der Gasaustausch stattfindet, kann durch die Überblähung nur noch ein schlechter Austausch von Sauerstoffmolekülen auf die roten Blutkörperchen statt finden. Und auch das Kohlenstoffdioxid, dass eigentlich ausgeatmet werden müsste, zirkuliert länger im Körper. Kommt nur wenig Sauerstoff in die Lunge rein, kann auch nur wenig Kohlendioxid raus. Sauerstoffmangel ist die Folge. Meist erst bei ordentlicher Belastung zu merken.

Die Jahre vergehen . . .

Das Atmen wird in den nächsten Jahren immer anstrengender, da das elastische Lungengewebe durch Bindegewebe ersetzt wird. Noch weniger Sauerstoff und noch mehr Kohlendioxid im Blut. Normalerweise sind das Zwerchfell, direkt unter der Lunge und die Muskeln zwischen den Rippen (der Brustkorb dehnt sich auseinander) bei der Atmung aktiv. Die reichen jetzt allerdings nicht mehr. Wir brauchen nun auch andere Muskeln, die uns unterstützen und die wir sonst unter normalen Bedingungen nicht oft zum Atmen nutzen: z.B.: Brustmuskeln und Halsmuskeln. Denn mittlerweile ist die Luftnot groß und das Atmen ist sehr erschöpfend. Auch das Spaziergehen fällt uns schwer – uns bleibt einfach die Luft weg. Die Muskeln bekommen nicht mehr ausreichend Sauerstoff aus dem Blut. Viel zu oft bleiben wir stehen und japsen.
Der Husten, unser steter Begleiter, wird schlimmer. Die Lunge kann durch Bakterien und Keime, die durch die fehlenden Flimmerhärchen jetzt freien Zugang haben, zusätzlich noch geschwächt werden. Gerade in der Erkältungszeit gleicht ein Schnupfen einem Super-Gau. Eine zusätzliche Entzündung, noch mehr Schleim – die Bakterien fühlen sich pudelwohl im Warmen und Feuchten.

Immer öfter beim Arzt

Durch die massive Anstrengung beim Atmen verbrauchen wir Unmengen Kalorien – wir nehmen ab, obwohl wir normal Essen. Zusätzlich das Erstickungsgefühl. Natürlich waren wir längst beim Arzt. Der hat uns Sprays gegeben, die die Bronchien etwas weiten sollen und Antibiotika, weil der Infekt so schlimm ist. Es wurden Lungentests gemacht, die zeigten, dass die Lunge eine schlechte Leistung hat – kein Wunder also, dass wir das Gefühl haben, langsam zu ersticken. Wir gehen jetzt auch nicht mehr aus der Wohnung. Wir schaffen eh kaum noch zu Laufen. Alles ist so anstrengend geworden.
Denn auch unser Herz leidet unter der desaströsen Lage der Lunge. Es besteht eine Rechtsherzbelastung – das rechte Herz (rechter Vorhof, rechte Kammer) pumpt das sauerstoffarme Blut Richtung Lunge, die nun überbläht ist. Ein enormer Druck, gegen den das Herz ankämpft. Es vergrößert sich krankhaft.
Das Blut staut sich vom Herz zurück in die Beine. Die Unterschenkel werden immer dicker von Wasser und unsere Lippen sind bläulich verfärbt, denn der Sauerstoffgehalt im Blut ist alarmierend schlecht.

Mittlerweile haben wir zu Hause ein Sauerstoffgerät, das wir überall mitschleppen müssen. Im Bett können wir nicht mehr flach liegen, weil uns dann die Luft wegbleibt.
Und dann passiert es: Wir haben uns einen Schnupfen eingefangen. Und müssen ins Krankenhaus.

Hier endet unsere COPD Reise, denn wir haben das Endstadium erreicht.

Niemand bekommt gern aufs Brötchen geschmiert, wie schlecht ein Verhalten ist. Wir sind alle deswegen hier. Also stellen wir uns das nächste Mal alle die Frage: Muss die Schokolade/Limo/Zigarette wirklich sein?

Bis dahin . . . bleibt stark. Deine Mandy

(1) Quelle: https://www.gesundheitsstadt-berlin.de/copd-dritthaeufigste-todesursache-aber-wenig-gegoogelt-13349/#:~:text=Die%20Chronisch%20obstruktive%20Lungenerkrankung%20(COPD,einer%20Analyse%20von%20Google%2DTrends.
(2) Quelle: https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/copd/ursachen-risikofaktoren/
(3) Quelle: https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/copd/ursachen-risikofaktoren/

Ein Kommentar

  1. Es ist eine grauselige Erkrankung. Vor allem, wenn man zusehen muss, wie Menschen, die man mag, sehenden Auges immer weiter in den Tod rennen. Wenn heilen nicht geht, ist die Krankheit doch wenigstens rechtzeitig zu stoppen, hoffe ich.

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