MandysNotizBlog

Divertikulose – Die unbekannte Volkskrankheit

Der Darm mit Divertikeln

Dieser Artikel befasst sich mit Divertikeln und Ernährungsempfehlungen, wenn man diese Erkrankung hat. Jeder Körper ist individuell, daher kann es sein, dass die Ernährungsempfehlung nicht bei jedem funktioniert. Es heißt: Probieren & Resümieren!

Die Erkrankung der Divertikulose ist mittlerweile eine Volkskrankheit geworden. Wir essen das Falsche, in zu großen Mengen, in einer zu kurzen Zeit und nehmen zu wenig Flüssigkeit zu uns.

Die Divertikulose

Divertikulose ist, wenn man Divertikel hat, diese aber nicht entzündet sind. Divertikulitis bedeutet, die Entzündung dieser Divertikel. (Die Abkürzungen – itis steht immer für eine Entzündungen: Bronchitis = Entzündung Bronchien ; Hepatitis = Entzündung Leber…)

Divertikulose kann im ganzen Dickdarm, dem Colon, vorkommen. Ist jedoch meist im Sigmoideum anzutreffen – einer scharfe Rechtskurve vor dem Ende des Dickdarms. Genaue Informationen findet ihr auch nochmal bei ‚Wasser marsch‘ Teil IV: Colon: III. Akt.

In diesem Bereich wird dem Stuhlgang hauptsächlich nur noch Wasser entzogen. Wenn wir tagelang schlecht trinken, ist der Stuhlgang fest. Der Transport des Stuhls ist so sehr schwierig. Das von guten Darmkulturen produzierte ‚Gleitmittel‘, damit es flutscht, haben wir durch unsere schlechte Ernährung nur wenig. Dies alles bedeutet: Wir sitzen auf Toilette und pressen uns die Seele aus dem Leib.
Man stelle sich das über Jahre und Jahrzehnte vor. Der Darm und die Darmwand sind die Leidtragenden. Durch den enormen Druck und das im Alter nachlassende Bindegewebe, sackt die Wand im Bereich zwischen den Muskeln aus. Es bilden sich kleine Hohlräume – Divertikel. Und davon kann es Unzählige geben.

Die Divertikulitis

Okay. Wir hatten jahrelang Verstopfung, haben selten Gemüse und Ballaststoffe gegessen, sind täglich nur auf einen Liter Wasser Trinkmenge (zu wenig) gekommen und haben nun links Unterbauchschmerzen (dort sitzt das Sigmoideum). Der Arzt gibt uns die Diagnose: Divertikulitis! Heißt umgangssprachlich: Divertikel haben sich entzündet.
Was ist da passiert? In diese Divertikel sind Essensreste gerutscht. Der Divertikel hat sich entzündet, denn der Stuhlrest kann nicht aus ihm heraus. Die Schleimhaut des Divertikel schwillt unter der Entzündung an und schmerzt.
Wenn wir jetzt warten und nicht zum Arzt gehen, riskieren wir, dass das Ding platzt – die Gefahr, dass Stuhlgang und Bakterien nun in die sterile Welt des Bauchraumes tritt, ist unheimlich hoch. Wir riskieren eine Darm-OP. Wie können wir das verhindern?

Ein normales Leben mit Divertikulose

Sehen wir der Realität ins Auge. Man kann mit Divertikulose leben, sogar gut.

Unser Ziel ist es den Darm vor einer OP, vor Entzündungen zu bewahren und einen guten Stuhlgang zu haben. Wie können wir die Entzündung aufhalten und vielleicht sogar verhindern? Mit der richtigen Ernährung und einem veränderten Verhalten.
Wir lieben Essen – es ist das Schmiermittel der Gesellschaft und nimmt einen wichtigen Platz ein, wenn es um unsere Lebensqualität geht.

Ist die Entzündung akut, besteht unser Speiseplan aus sehr leicht verdaulicher Kost.
Ist die Entzündung abgeklungen, dies ist meist der Fall wenn die Schmerzen abgeklungen sind. Jetzt ist der Zeitpunkt, den Lebensstil zu verändern:

  1. TRINKEN! Beginn morgens mit 2 Gläsern zimmerwarmen Wasser. Das kurbelt die Verdauung an. Je mehr du trinkst, desto mehr Wasser ist auch später im Stuhl – was weniger pressen bedeutet. Hier leg ich dir nochmal die ‚Wasser marsch‘ Reihe ans Herz. Lern deine Verdauung kennen.
  1. KAUEN! Wie oft kaust du dein Essen? Als Kinder bekommen wir gesagt: mindestens 36 Mal. Das kommt nicht von ungefähr. Wenn du denkst du hast genug gekaut, kau nochmal – es muss zerfallen. Alles was im Mund klein ist, kann sich später schlechter in die Divertikel setzen.
  2. Körner, Kerne und Samen sind erlaubt – wenn der Darm entzündungsfrei ist!
    Die vorherrschende Meinung, dass Körner und Samen nicht gut sind, wurde widerlegt. Gemahlene Körner in Broten und Brötchen sind zwar vorzuziehen, allerdings begibt man sich nicht in Gefahr, wenn man auch Popcorn, Mohnbrötchen und Co. genießt. Stichwort: gut Kauen.
  3. Quellstoffe & Gemüse! Und zwar das Faserreiche: Spargel, Blattspinat, Pilze, Kartoffeln, alle Kohlsorten (langsam steigern wegen Blähungen), Kürbis. Die Fasern legen sich um den Stuhl und binden Kleinstteile, die sich nun nicht mehr in die Divertikel setzen können. Weizenkleie oder Flohsamen lockern alles auf.
  4. Sport! Beweg dich. Der Darm kommt dadurch in Gang und kann seinen Inhalt leichter loswerden. Kiloverlust ist erwünscht.
  5. Ballaststoffe! Damit kannst du deine Darmkulturen wieder aufbauen. Hier empfiehlt sich auch eine Aufbaukur aus der Apotheke mit Probiotika. Kidneybohnen und Kichererbsen in Maßen. Mach Salate. Vollkornprodukte, Weizenmehl ist zu verbannen, Quinoa und Haferkleie sind perfekt. KAUEN nicht vergessen.
  6. Gesunde Öle! Leinöl sollte hier nicht fehlen. Da du Leinsamen (und auch Chiasamen) vermeiden musst, kannst du das Öl nutzen. Fetter Fisch wie Lachs, Hering und Makrele sollten auch öfter auf dem Tisch landen.
  7. Selbstbeobachtung!!!!! Dein Körper und Darm sagt dir, wie er empfindet. Achte auf Darmkrämpfe, Blähungen und wie der Stuhlgang ist. Hör auf dich und deinen Darm.

Hast du Fragen, wende dich bitte an deinen Hausarzt. Er kann dir, wenn du Beschwerden und/oder Fragen hast zur Seite stehen.

Bis dahin…. bleib gesund. Deine Mandy

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