MandysNotizBlog

Venen – Die relaxten Homies (Teil III)

Venen transportieren das sauerstoff- und nährstoffarme Blut aus der Peripherie (z.B.: Beine, Arme, Unterbauch) zum Herzen zurück.

In ihnen herrscht ein niedrigerer Druck als in den Arterien. Es geht etwas gemächlicher zu. Ich finde, dass macht sie sehr sympathisch.
Sie können ein sehr großes Blutvolumen speichern, daher werden sie auch Kapazitätsgefäße genannt. Ihre Gefäßwand ist unglaublich nachgiebig und zwar so sehr, dass alle Venen zusammen bis zu 85% des gesamten Blutvolumens des menschlichen Körpers speichern könnten. Eine Arterie kann das nicht.

Es gibt tiefliegende Venen und Oberflächliche, die wir bläulich durch unsere Haut schimmern sehen. Die Oberflächlichen sammeln das Blut aus der Haut und der darunter liegenden Schicht und leiten es teilweise weiter über Verbindungsvenen in die tiefer liegenden Venen. Kurz unterhalb der Leiste treffen alle oberflächlichen Venen und die große Beinvene zusammen – der Venenstern. Das Venensystem des Beines gleicht einem riesigen Verkehrsnetz, die allerdings nur aus Einbahnstraßen besteht und sich zu einer Hauptstraße vereinen.

Der Wandaufbau einer Vene besteht ebenso wie bei Arterien aus drei Schichten. Die Schicht, an der wir ein besonderes Interesse haben, ist die innere Schicht, die Intima. Hier gibt es elastische Fasern und Venenklappen.

Lasst uns die Venenklappen lobpreisen. Ohne sie hätten wir ein krasses Problem.

Venen befördern das Blut z.B. aus den Beinen zurück Richtung Herz. Dabei müssen sie gegen die Schwerkraft ankämpfen. Nun kommen die Venenklappen ins Spiel. Fließt das Blut Richtung Herz, also nach oben, sind die Klappen geöffnet. Plätschert das Blut zurück, verschließen sich die Klappen und sorgen so dafür, dass das Blut nicht wieder zurück stürzt. So kann das Blut nur in eine Richtung fließen – herzwärts.

Die tiefen Venen sind auf und zwischen den Muskeln eingebettet – aus gutem Grund. Die Kontraktion eines Muskels wirkt auf die Vene und fördert so den Blutfluss zurück zum Herzen. Ruhen wir uns nun aus, sorgen die Venenklappen abermals dafür, dass das Blut nicht zurücksackt.

Ihr ahnt es schon, wenn wir Sport machen und damit unsere Muskulatur zum ‚erbeben‘ bringen, wirken sich diese Kontraktionen positiv auf die Venen aus – der Blutfluss flutscht.

Und jetzt kommen wir zu Varizen. Zu was? Umgangssprachliche Krampfadern. Wie entstehen die Dinger und kann ich sie vielleicht verhindern?

Varizen sind erweiterte und geschlängelte Hautvenen (oberflächliche). Sie kommen hauptsächlich an den Beinen vor. Bei Lebererkrankungen können sie auch im Darm, der Speiseröhre und auf der Bauchoberfläche entstehen.

Der Mechanismus ihrer Entstehung ist leider etwas komplizierter. Auf die Venen wirkt ein gewisser Druck, der sich zum Teil aus Erdanziehungskraft und Dichte des Blutes messen lässt. Dieser Druck steigt, wenn wir einen Beruf haben, in dem wir viel bzw. ausschließlich Stehen und Sitzen (OP-Schwestern können ein Lied davon singen).

Normalerweise bewegen wir die Beine = Muskelkontraktion = Blutflussförderung in den Venen.
Beim Stehen ist die Muskelkontraktion fast ausgeschaltet = schlechter Blutfluss = höherer Druck in den Venen.

Na gut, jetzt können sie viel Blut aufnehmen, wenn es nicht so gut gefördert wird. Über viele Jahre kommt es dadurch zum Elastizitätsverlust in der Gefäßwand. Wie bei einem Zopfgummi, dass man über viele Jahre genutzt hat. Die Venenwand sackt aus. Die Klappen driften auseinander und können so nicht mehr richtig schließen. Das Blut wird nicht mehr aufgehalten und sinkt tiefer. Wodurch der darunter liegenden Venenbereich noch mehr belastet wird = steigender Druck.
Und so setzt es sich immer weiter fort, bis die Vene fast komplett funktionslos ist. Ein Teufelskreis. Dazu kommt, dass das Blut in diesem Bereich keinen schönen kontinuierlichen Fluss mehr hat. Es kommt zu Verwirbelungen des Blutes, wobei sich die Blutbestandteile zusammenballen können, sich in den Venen absetzen und dadurch Entzündungen in der Vene verursachen. Nächtliche Wadenkrämpfe, Schweregefühl und Juckreiz entstehen. Wenn es dann schwer ausgeprägt ist, kommen Verfärbungen an den Beinen und Schmerzen dazu. Die Verfärbungen entstehen dadurch, dass sich das Blut einfach so lang in den Beinvenen staut, dass sich das Eisen aus dem Blut in der Haut ablagert. Eine chronisch venöse Erkrankung. Unumkehrbar.

Die Erkrankung der Venen werden auch genetisch weitergegeben. Wenn Oma und Mama es hatten, hat man ‚gute‘ Chancen ebenfalls daran zu erkranken.

Ursachen, die ebenfalls Einfluss auf die Venenwand haben sind Rauchen, Gewicht, Hormontherapie (z.B.: Pille), Schwangerschaften (hier verändert sich ja das Gewicht, die Hormonlage und auch die Blutzusammensetzung) und ein hohes Alter.
Beine übereinander schlagen ist auch nicht so gesund, die Venen werden dabei in der Kniekehle zusammen gedrückt. Dies hat aber keinen so großen Einfluss wie beispielsweise die Vererbung und das Alter.

Wie können wir also Varizen vorbeugen? Ganz klar: durch Sport. Die Muskelpumpe ist der hier ausschlaggebende Faktor.

Wenn ihr merkt, dass ihr mal wieder lange gestanden habt, dann stellt euch einfach ein paar Mal auf die Zehenspitzen. Dadurch aktiviert ihr eure Muskelpumpen und helft euren Venen. Und trinkt etwas.

Im nächsten Teil kommen wir darauf zusprechen, wie der Körper, die Kreisläufe und die Gefäße auf Sport reagieren.

Bis dahin . . . bleibt geschmeidig. Eure Mandy

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