MandysNotizBlog

Wasser marsch – die Parodie

Na, haben sich schon einige gefragt, warum ich nicht schreibe?

Bei uns heißt es ‚Wasser marsch‘ und damit meine ich nicht die Reihe darüber, wie das mit dem Trinken, dem Abnehmen, den Nieren und der Verdauung funktioniert.
‚Wasser marsch‘ könnte eine neue Reihe von mir werden – über nasse Wände mit Schimmelbefall; feuchte Badezimmerböden; Bauarbeiten, die nicht nur schlecht geplant sind, sondern auch Bewerbungsgespräche versauen – kurz: Themen, die jeder liebt und von denen jeder träumt.

Eigentlich . . .

. . . läuft gerade die heiße Phase der Bewerbungszeit. Studium beendet, die letzten Wochen als Onko-Pflegeschwester sind angebrochen und man suhlt sich in der ‚wohligen Vergnüglichkeit‘ des Online-Bewerbungsschreibens, wovon man rein gar keine Ahnung hat und was man auch am liebsten mit Füßen in eine Ecke treten möchte. Was dann auch den sportlichen Teil des Tages darstellt.
Mit dazu gehören Behördengänge, wenn man denn einen Termin bekommt, Nackig machen bis auf die letzten geheimen Daten und Abgabe der Unterlagen für die Approbationsurkunde, damit man überhaupt als Arzt praktizieren kann. Dann noch der Nachweis, dass ich körperlich und geistig in der Lage bin, diesen Beruf auszuführen (unter was laufen die Heulkrämpfe und Wutattacken während des Studiums?) und keiner Sucht unterliege (Schokoholiker? Keksabhängige?) und schon ist der Weg frei, um die Bewerbung zu komplettieren.

Wenn`s feucht wird

Dass der Nachbar von unten schon ein Jahr Schimmel in der Wohnung hat, wird aber erst jetzt richtig brisant. Nicht das Schimmel wirklich schlimm ist – nein, eine Wohltat für die Atemwege. Das Problem liegt in unserer Wohnung, genauer genommen unserem Bad. Von irgendwo kommt Wasser, wo es nicht her kommen darf. Aber woher nur? Ist es Regen? Ist es Abwasser? Vielleicht ja auch Schwitzwasser – es war ziemlich heiß und ich kann für nichts garantieren . . .

Der Schimmel an unserer Wohnzimmertapete zum Glück längst gemeldet – aber auch nicht weiter wichtig.
An irgendeinem Punkt ist dann die Hausverwaltung aber doch erwacht. Vielleicht war es die Androhung eines Mieters mit rechtlichen Schritten oder dem Einbehalten der Miete (*räusper*), wenn der Schimmel nicht beseitigt wird. Die behördlichen Mühlen mahlen ja bekanntlich laaaaaaaaaangsam. Und so kommt neben dem Zauber der Bewerbungszeremonie auch noch die Magie des E-Mail-Verkehrs zwischen Hausverwaltung und Baufirmen.

Aber das Märchen ‚Von einem, der auszog, das Wasser zu finden‘ geht noch weiter. Toiletten wurden seit dem abmontiert, Fliesen abgeschlagen. Heizstrahler sollten aufgestellt werden. Dabei war das Leck noch nicht behoben – denn das wurde vergessen. Nun wird seit Tagen nach dem Leck gesucht . . . und wenn sie nicht gestorben sind, suchen sie noch heute.

Der Luxus einer Toilette

Im Wohnzimmer eine Wand ohne Tapete und abgeschraubten Regalen, das Bad nur teilweise nutzbar. Hier lernt man erstmals wieder das Klo zu lieben. Ist es weg, schmerzt das Herz und auch mal die Blase oder der Darm, je nachdem was man sich verkneift. Ein Klohäuschen vor der Haustür? Den Nachbarn beim Gassigehen grüßen, auf dem Weg zur morgendlichen Erleichterung? Der Postbote lauscht dem Klang der Winde, wenn sie abgehen – der Stoff aus dem Träume sind – dies blieb uns erspart.

Trocknet auch Wände

Des Nachbars Wohnung, seit langem unbewohnt, denn er zieht ein Altwerden in Thailand vor, dürfen wir nutzen. Also, das Bad. Noch im Urzustand seit Erbauung des Hauses, mit einfach verglastem Fenster, augenkrebserregenden Türkis-Glasfliesen und einem traurigen Wasserdruck, einem Rinnsal gleich. Aber es gibt eine Toilette und das ist wichtig. Pure Glückseligkeit.

Ich freue mich darauf, wenn die Heizstrahler kommen. Auch wenn sie Hitze und eine höhere Stromrechnung bedeuten (Kosten werden ja zum Glück übernommen). Diese kleinen, heißen Drachen bedeuten für uns, dass das Leck gefunden wurde und wir wieder einen Schritt näher am eigenen Bad sind.

Und die Bewerbungen?

Und wie es mit den Bewerbungen läuft? Ich musste alles wieder von klein auf lernen. Meine letzte Bewerbung eine Ewigkeit her. Bald schon hoffe ich zu berichten, dass ich meinen Platz in der Krankenhaushierarchie gefunden habe.
Der Gedanke an meinen ersten Lohnzettel, treibt mir die Tränen in die Augen. Nach so vielen Jahren des ‚Oh Gott, am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig‘ endlich wieder ein Gehalt haben, mit dem man über den Monat leben und auch noch etwas sparen kann. Im Urlaub vielleicht mal nicht so aufs Geld achten zu müssen. Umgedreht mal meinen Mann zum Essen einladen. Aber bis jetzt noch alles Zukunftsmusik.

Bleibt gesund, eure Mandy

2 Kommentare

  1. Oh das mit dem Wasser ist ja echt bescheuert. Ich drück Euch die Daumen, dass das Leck schnell gefunden wird.
    Das mit den Bewerbungen klappt schon.
    Wenn ich Deinen Ohnezahn meiner Tochter zeige flippt sie aus. Wie immer toll gemalt, aber der ist besonders schön.
    Grüße

  2. Hallo Mandy,
    mein Tipp als Mitarbeiterin eines Energieunternehmens: VOR Aufstellung der Trocknungsgeräte Stromzähler ablesen/ mit aktueller Tageszeitung fotografieren und am Ende der Trocknungszeit wiederholen. Die Stände nicht nur der Versicherung melden sondern auch dem eigenen Stromlieferanten samt Begründung.
    Hoffentlich habt Ihr schnell wieder eine vollständige Wohnung.
    LG Christine

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