MandysNotizBlog

Fressskalation

Was passiert, wenn man sich überfrisst?

Der Magen

Die Weihnachtszeit ist dafür bekannt, dass man sich an schön gedecktem Tisch eine Portion mehr als sonst gönnt. Rouladen? Braten? Gans? Klöße? Plätzchen? Kuchen? Eis? Ich bin dabei. Doch wann ist zu viel zu viel?

Der Magen

Unser treues Auffangbecken für Nahrungsmittel. Heimliches Naschen? Kennt er nicht. Was in ihn rein plumpst wird verarbeitet. Ob es heimlich oder vor den Augen aller gegessen wird.

Sein Fassungsvermögen schwankt zwischen 1200 bis 1600 ml. Echt viel meiner Meinung nach. Wer also viel isst, hat auch einen vollen Magen. Er wohnt im linken Oberbauch und verrichtet jeden Tag, meistens ohne Klagen, seinen anstrengenden Dienst.

Ist er besonders voll, dehnt er sich aus. Er ist ja schließlich ein Muskel. Unendlich viel Platz gibt es aber nicht. Leber, Lunge, Darm und Milz beanspruchen nämlich auch ihren Platz. Rechts vom Magen liegt die Leber. Wie eine Schmusedecke liegt ein Teil ihr linken Lappens vor dem Magen. Schmiegt sich ganz eng an ihn. Dehnt sich der Magen durch übermäßigen Plätzchenkonsum aus, drückt sie gegen den Leberlappen. Unangenehm.

Der Magen-Darm-Trakt: eine enge Angelegenheit

Oberhalb des Magens breitet sich wie ein kuppelförmiges Gewölbe das Zwerchfell aus. Da der Magen nicht sonderlich viele Ausbreitungsmöglichkeiten hat, stößt er auch irgendwann bei voller Kapazität mit seinem oberen Teil an das Zwerchfell an. Daran grenzt die Lunge – nur wenige Millimeter liegen zwischen beiden. Ihr könnt euch schon denken: Das Einatmen wird etwas anstrengend. Die Lunge dehnt sich aus, das Zwerchfell senkt sich Richtung Magen. Echt eng hier. Die Bauchdecke spannt. Nach dem Essen strecken wir uns, versuche etwas Platz zu schaffen und versuche besser einatmen zu können.

Warum drückt es jetzt aber im Bauch?

Das liegt daran, dass sich der Magen ja auch bewegen muss – schließlich muss das Festmahl verarbeitet werden. Und das kann dauern. Denn so ein Schmaus ist meist nicht nur reichlich sondern auch fettig und oft schlecht gekaut. Also arbeitet der Magen stundenlang und bewegt sich hin und her. Dabei drückt er auf den Darm, der direkt unter ihm liegt. Man kennt sich und lebt in guter Nachbarschaft.

Es gibt aber Ärger, wenn der Nachbar von oben ständig Lärm macht. Denn der Dickdarm ist ein entspannter Kerl und lebt eine achtsame Verdauung – relaxt durch den Tag.

Der Magen hat aber Druck. Er ist randvoll und muss bis zur nächsten Mahlzeit aufgeräumt und durch gewischt haben. Also legt er richtig los. Und drückt alles Richtung Dünndarm. Der hat leider immer noch ein paar Reste von den verdauten Plätzchen von vor zwei Stunden. Verdammt, so wenig Zeit, so viele Nahrungsmittel. Alles wird im Darm vorwärts gepresst. Ein Grund, warum wir oft direkt nach den Mahlzeiten auf Toilette müssen. Denn stopft man oben was rein, muss auch irgendwann unten was raus kommen.

Und noch Nachtisch . . .

Wir bleiben aber vorerst bei dem vollen Magen. Der bekommt noch ein Eis nachgeschoben. Noch mehr Zucker und Fett. Links hinter dem Magen liegt die Milz. Viele haben von ihr gehört, doch die wenigsten kennen sie persönlich. Versteckt lebt sie ein Schattendasein und ist dabei ein wichtiger Ort für die Entsorgung von Blutbestandteilen, der Blutreinigung und spielt eine wichtige Rolle für das Immunsystem. Auch sie bekommt den Druck eines zu vollen Magens zu spüren. Es gibt kaum eine Ausweichmöglichkeit, da beide eng beieinander liegen.

‚Wie kannst du nur so viel essen?‘

Ist euch auch schon das ein oder andere Mal aufgefallen, das schlanke Menschen im Vergleich zu Fülligeren oft große Mahlzeiten ohne Druckgefühl erleben oder sogar mehr essen können? Ich erkläre mir das so:

Menschen mit Übergewicht haben einen großen Anteil an Fettreserven zwischen ihren Organen. Dieses Fett nimmt viel Platz ein und auch weg. Wodurch sich der Magen zwangsläufig auch weniger ausdehnen kann. Oft ist es so, dass Übergewichtige nur wenig oder kein Sättigungsgefühl haben. Die Mahlzeiten fallen vielleicht kleiner aus als bei Normalgewichtigen, sind dafür aber fast genauso kalorienreich und auch die Anzahl der Mahlzeiten sind zahlreicher, da ja meist das Sättigungsgefühl fehlt.

Wie verhindert man Überfressen und Völlegefühl?

Ich könnte jetzt einfach schreiben, weniger Essen. So leicht ist es ja aber meist nicht in der Weihnachtszeit. Da gilt man als Grinch und Spielverderber, wenn man Plätzchen und Nachschlag verwehrt.

Hier ein paar Tipps:
  • Planung. Weiß man, dass ein großes Essen geplant ist, sollte man sich bei den vorherigen Mahlzeiten und Zwischenfresserchen zurück halten. Sie vielleicht nur durch etwas Gemüse und Obst ersetzen. Bei uns ist es meist das üppige Mittagessen. Ich intervallfaste dann bis Mittag und lasse das Frühstück komplett weg.
  • Bewusst essen und sich nicht zu viel Ablenken lassen.
  • Nach jeder Portion sich selbst fragen, ob man wirklich noch Hunger hat.
  • Langsam Essen und genießen.
  • Zurückhaltung mit dem Alkohol. Der sorgt für eine Entspannung der Magenmuskulatur. Dann passt zwar mehr rein, die Verdauung setzt aber erst mal aus. Außerdem verlangsamt er den Stoffwechsel.
  • War die Hauptmahlzeit üppig, sollte der Nachtisch vielleicht kleiner sein oder ganz ausgelassen werden.

Zu spät. Das könnt ihr machen, wenn ihr schon ‚vollgefressen‘ seid:

  • Ein Spaziergang. Auch wenn man nach dem Essen gar keine Lust darauf hat, bietet sich ein bisschen Bewegung an der frischen Luft an. Verdauungsfördernd wirkt es sehr gut gegen das Vollgestopftgefühl.
  • Bei Völlegefühl wirkt ein warmer Tee Wunder. In kleinen Schlucken ein Anis-Kümmel oder Kamillentee trinken.
  • Gebt eurem Magen Zeit. Und stopft nicht gleich 2 Stunden später wieder etwas hinein.
  • Eine Wärmflasche auf den Bauch gibt etwas Entspannung.
  • KEIN VERDAUUNGSSCHNAPS!

In diesem Sinne, wünsche ich euch herrliches Schlemmen. Und wenige neue Kilos.
Bleibt gesund, eure Mandy

2 Kommentare

  1. Sehr schön beschrieben. Auch für uns Laien. Ich muss sagen, jetzt versteh ich erst mal, warum schlanke Personen manchmal sooo viel in sich reinstopfen können ohne Probleme. 🤗🧓

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