MandysNotizBlog

Ein weihnachtlicher Tag im Leben des Verdauungstraktes

Hallo ihr kleinen Kipferl. Heute nehme ich euch (mal wieder) mit in den Verdauungstrakt. Den heimlichen Helden an diesen Feiertagen. Eine Studie hat ergeben, dass wir an den Feiertagen täglich bis zu 10.000 Kalorien zu uns nehmen. Ich muss das nochmal in Worten schreiben. Zehntausend Kalorien!!!

Die durchschnittliche, tägliche Kalorienmenge für einen Mann sind 2.500 kcal und für eine Frau 1.900 kcal. Da sind wir mit diesen ZEHNTAUSEND aber weit drüber.

Das Frühstück

Der erste Teil unseres Frühstücks besteht aus einem Türchen unseres Adventskalenders. Der Geschmack nach Kindheit und Pappe. Wir schwelgen in Nostalgie und begeben uns zum Frühstückstisch.

Schon wieder der Magen – er hat aber auch viel zu tun!

Der Magen ist noch nicht richtig wach, da fallen schon Schokoladenstückchen in ihn. Durch die Wärme ist es sogleich geschmolzen, wird mit Salzsäure versetzt, ein paar Mal durchmengt und schon nach kurzer Zeit in den Dünndarm abgegeben. Hier kommt auch gleich der Gallensaft dazu, der dafür sorgt, dass sich das Fett aus der Schokolade schön aufspalten wird, mit den restlichen Bestandteilen der Nahrung verbindet und über die Dünndarmwand aufgenommen werden kann. Nun kommen nach und nach die Frühstücksbrocken in den Magen, die weiter verdaut werden und in den Dünndarm rutschen.

Insulin wird aus der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet. Nur dadurch kann der Zucker in die Zellen aufgenommen werden. Und unser süßes Frühstück hat jede Menge davon.

Das Frühstück ist nach circa 2-3 Stunden verdaut, wenn es nicht zu fettig war. Eigentlich wäre der Magen jetzt wieder leer. Hätten wir nicht die Kekse gegessen, die die lieben Verwandten geschickt haben. Und wie geil die wieder waren. Eine ganze Hand voll haben wir wie Houdini in uns verschwinden lassen. Neben guten Nüssen haben die leider wieder viel Fett und Zucker. Und bleiben so wieder die nächsten Stündchen zur Verdauung in unserem Magen. Unser Frühstück schlängelt sich durch den Dünndarm.

Das Mittagessen

Ein kleiner Hirschbraten???

Mittagsessen. Dabei sind wir eigentlich noch satt von den Plätzchen. Aber okay. Es gibt Braten und den lieben wir einfach. Weil es den viel zu selten im Jahr gibt, machen wir uns eine große Portion drauf. Inklusive Kroketten, Kraut und Soße.

Im Magen sind die Kekse zu einer breiigen Masse zusammen geschrumpft. Der neu gewonnen Platz wird durch Fleisch und Co. ersetzt. Leider auch noch schlecht gekaut. Der Magen braucht also nochmal länger um alles gut zu durchmischeln und zu zerkleinern. Seine eigentliche Aufgabe, alles so fertig zu machen, dass im Dünndarm die Nährstoffe aufgenommen werden können, wird in diesen Tagen erschwert.

Vesper

Das Mittagessen, das heute sehr fettig war, ist bis zu 6 Stunden im Magen. Zwischenzeitlich hat es schon wieder Kaffee und Kuchen gegeben. Omas guten Stollen. Oder doch lieber Früchtebrot? Wir haben von allem etwas probiert. Wenn auch nur wenig. Da der Magen aber vom Mittag noch nicht leer war, ist er nun wieder randvoll.
Und in der Küche wird schon das Abendessen vorbereitet.

Puuhhh, ich bin schon allein vom Schreiben satt.

Unserem Frühstück wurden im Dünndarm die Nährstoffe entzogen. Mittlerweile befindet es sich im Dickdarm. Da das Frühstück leider sehr nährstoffarm war, verweilt es dort sehr lang. Die Bewegung des Dickdarms werden durch Körner und andere Quellstoffe (pflanzliche Fasern, Hülsenfrüchte, etc.) gefördert. Befindet sich nur wenig davon in unserer Nahrung, wird es viel langsamer weiter befördert.

Abendessen

Nach dem Abendessen fühlen wir uns proppenvoll. Ein Gefühl, dass uns schon die letzten Tage begleitet hat. Das abendliche Dinner hat sich zu dem angedauten Früchtebrot und Stollen gesellt und wird dort noch ein Weilchen brauchen. Denn wir gönnen uns in netter Runde noch ein Glas Wein. Und der verlangsamt den kompletten Stoffwechsel, inklusive der Verdauung.

Der Weg zum ‚EXIT‘ kann lang werden

Und so liegen wir nachts im Bett und können nicht einschlafen. Der Magen hat nämlich jetzt wieder seine Arbeit aufgenommen. Langsamer als tagsüber ist er trotzdem am Rödeln. An ruhigen Schlaf ist nicht zu denken.
Den Braten, den wir zum Mittagessen hatten, befindet sich jetzt ungefähr am Ende des Dünndarms. Fett und Alkohol haben für die Verlangsamung der Verdauung gesorgt.

Morgens wachen wir auf: gerädert, unausgeschlafen, Kopfschmerzen vom Alkohol und mit dem Gefühl, dass der Bauch noch immer voll ist.

Der Magen ist jetzt zwar leer, hat aber eine extra Arbeitsschicht eingelegt. Und der Darm ist im Grunde voll mit dem Essen vom Vortag.

Der Gang auf Toilette fällt uns nicht sonderlich leicht. Mangelnde Quellstoffe, zu wenig Flüssigkeit in Form von Wasser, haben für Verstopfung gesorgt. Fröhliche Weihnachten!

Das Weihnachtsessen etwas anders

Wie kommen wir aus diesem Feiertagsdilemma raus?
Es ist gar nicht so schwer. Und Verzichten müssen wir dabei kaum. Nur reduzieren.

Morgens nach dem Aufstehen direkt ein Glas zimmerwarmes Wasser. Mit ein bisschen Überwindung kriegen wir das rein. Unser Magen-Darm-Trakt wacht auf. Vergessen wir labbrigen Toast und gönnen uns dafür ein kleines Müsli.
Müsli ist blöd? Schon mal bei mymuesli.de gewesen? (unbezahlte Werbung) Da gibt es eine geniale Auswahl an Müslis. Klar, Zucker ist auch drin. Aber eben auch Nüsse, Körner, Haferflocken . . . alles was die Verdauung anregt und das auch gern mit weihnachtlichen Noten. Noch ein bisschen frisches Obst dazu und zusammen mit dem Glas Wasser habt ihr die allerbeste Steilvorlage für die Verdauung für den restlichen Tag gelegt.

Zwischendurch essen wir: NICHTS. Plätzchen und Kuchen können wir noch am Nachmittag genießen. Zwischen den Mahlzeiten liegen so im besten Fall 4 Stunden. Genug Zeit für den Magen zu verdauen und wieder etwas Hunger zu bekommen.

Mittagessen: Der Braten! Alternativen gibt es reichlich. Von Lachs in Blätterteig bis Geflügelalternativen ist alles offen. Wir bleiben bei dem Braten, weil weihnachtliche Traditionen oft nur schwer zu ändern sind. Wir nehmen vom Braten nur ein kleines Stück, einen Kloß, von der Gemüsebeilage gern mehr und genügen uns mit etwas Soße, anstatt den Braten darin zu ertränken.

Ein Glas an Weihnachten? Warum nicht.

Nach der Portion sind wir satt. Verneinen den Nachtisch, werden schief angeschaut, müssen uns rechtfertigen und bleiben dabei: Kein Nachtisch. Wir Spazieren eine Runde in der Nachbarschaft herum, vertreten uns die Füße und genießen die kühle Luft.

Pünktlich zum Kaffee sitzen wir wieder am Tisch. Wir gönnen uns ein paar Kekse und ein Stück Stollen. Zum Glück sind wir ja nicht so voll nach dem Mittag und dem Spaziergang. Und von dem Früchtebrot ist morgen ja auch noch was da, schließlich wurde wieder für eine ganze Kompanie gebacken.

Vom Abendessen gönnen wir uns eine kleine Portion. Beim Glas Wein bleibt es. Es ist schließlich Weihnachten. Zusätzlich noch ein großes Glas Wasser.

Die Nacht schlafen wir ganz gut. Der Magen ist weniger voll, muss nicht so lang arbeiten und dank dem Wasser schlägt der Alkohol nicht so auf den Kreislauf.
Morgens beim Aufstehen fühlen wir uns schon viel besser. Ausgeschlafen. Und haben Appetit. Das Glas Wasser weckt wieder den Darm auf und wir können Dank des Müslis vom Vortag ohne Probleme auf Toilette gehen.

So lassen sich die Feiertage doch überstehen.
Ich wünsche euch allen eine besinnliche Weihnachtszeit, danke für eure Treue und wünsche euch viel Genuss beim Schmausen.

Bleibt gesund. Eure Mandy

Ein Kommentar

  1. Liebe Mandy,
    seitdem ich dieses Jahr bei WW war, verfolge ich deine Beiträge. Und sie sind meine ganz persönliche Lektüre geworden. Da ich mich im Humanmedizinischen lange nicht so gut auskenne wie du, freue ich mich dennoch jedes Mal deine Beiträge zu lesen. Wichtige Themen schreibst du mit dem Quäntchen Humor. Das ist einfach wunderbar.
    Ich wünsche dir und deiner Familie ein besinnliches Weihnachtsfest und hoffe, dass du keine Extraschichten im Krankenhaus haben wirst. Bleib weiterhin so humorvoll und schreib bitte weiterhin deine Beiträge, damit ich etwas zu Lesen habe 😉 .

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